Häufigkeit und Verbreitung Osteoporose

 

 

Verbreitung der Osteoporose

Osteoporose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des höheren Lebensalters. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 8 bis 10 Millionen Menschen betroffen sind. Mit der steigenden Lebenserwartung wird diese Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen.

Das eigentliche Problem der Osteoporose ist jedoch nicht allein der Verlust an Knochenmasse, sondern die dadurch verursachten Knochenbrüche. Besonders häufig betroffen sind die Wirbelsäule, der Oberschenkelhals und der Unterarm. Diese Frakturen können zu chronischen Schmerzen, einer dauerhaften Einschränkung der Mobilität und einem erheblichen Verlust an Lebensqualität führen.

 

Wirbelkörperfrakturen

Wirbelkörperfrakturen gehören zu den häufigsten Folgen der Osteoporose. Während Wirbelbrüche bei jüngeren Menschen meist durch Unfälle entstehen, nimmt ihre Häufigkeit ab dem 55. Lebensjahr deutlich zu. Ursache ist überwiegend der osteoporosebedingte Verlust an Knochenstabilität.

Nach Daten der European Prospective Osteoporosis Study (EPOS) erleiden Frauen über 45 Jahre in Deutschland jährlich rund 75.000 neue Wirbelkörperfrakturen. Das entspricht durchschnittlich:

  • etwa 205 Frakturen pro Tag
  • rund 8 bis 9 Frakturen pro Stunde
  • ungefähr einem Wirbelbruch alle sieben Minuten

Besonders problematisch ist, dass viele dieser Frakturen zunächst unbemerkt bleiben. Sie verursachen nicht immer starke Schmerzen und werden häufig erst zufällig im Rahmen einer Röntgen- oder CT-Untersuchung entdeckt. Diese sogenannten stillen oder stummen Frakturen können dennoch zu Größenverlust, Rundrücken, chronischen Schmerzen und einer deutlich eingeschränkten Lebensqualität führen.

In Europa hat etwa jede fünfte Frau über 50 Jahren bereits mindestens eine Wirbelkörperfraktur erlitten.

 

Oberschenkelhalsfrakturen

Oberschenkelhalsfrakturen zählen zu den schwerwiegendsten Folgen einer Osteoporose. Mit zunehmendem Alter steigt ihr Risiko deutlich an. Neben der verminderten Knochenfestigkeit spielen auch eine erhöhte Sturzgefahr, Muskelschwäche, Gleichgewichtsstörungen, Sehbeeinträchtigungen sowie bestimmte Medikamente eine wichtige Rolle.

In Deutschland erleiden jährlich rund 160.000 Menschen eine hüftnahe Fraktur. Der überwiegende Teil der Betroffenen ist älter als 65 Jahre. Frauen sind aufgrund der Osteoporose nach den Wechseljahren und ihrer höheren Lebenserwartung etwa dreimal häufiger betroffen als Männer.

Ein Oberschenkelhalsbruch bedeutet für viele Betroffene einen tiefen Einschnitt in ihr Leben. Häufig kommt es zu einem dauerhaften Verlust der Selbstständigkeit, einer Pflegebedürftigkeit oder zu bleibenden Einschränkungen der Mobilität.

 

 

Osteoporose wird häufig unterschätzt

Obwohl osteoporotische Frakturen zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen älterer Menschen gehören, wird die Erkrankung häufig unterschätzt. Vergleicht man postmenopausale Frauen, treten osteoporosebedingte Frakturen insgesamt häufiger auf als Herzinfarkte, Schlaganfälle und Brustkrebs zusammen.

Dennoch wird Osteoporose vielfach erst dann erkannt, wenn bereits der erste Knochenbruch eingetreten ist. Dabei entwickelt sich die Erkrankung meist über viele Jahre und bietet damit die Chance, frühzeitig gegenzusteuern.

 

 

 

Warum Früherkennung so wichtig ist

Osteoporose ist heute zwar nicht heilbar, in vielen Fällen können ihre Folgen jedoch verhindert oder deutlich hinausgezögert werden. Entscheidend ist, die Erkrankung möglichst früh zu erkennen – bevor es zu einem Knochenbruch kommt.

Aus unserer Sicht sollte deshalb nicht erst nach einer Fraktur gehandelt werden. Ziel einer modernen Osteoporosediagnostik ist es, Menschen mit einem erhöhten Frakturrisiko frühzeitig zu identifizieren und individuell zu behandeln. Denn jeder verhinderte Wirbelbruch oder Oberschenkelhalsbruch bedeutet den Erhalt von Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität.