Osteoporose des Mannes

Osteoporose betrifft nicht nur Frauen. Zwar erkranken Männer insgesamt seltener, dennoch wird die Erkrankung beim Mann bis heute häufig unterschätzt und oft erst nach einem Knochenbruch erkannt.

Im Gegensatz zur Frau liegt beim Mann deutlich häufiger eine sekundäre Osteoporose vor. Das bedeutet, dass eine andere Erkrankung oder bestimmte Medikamente den Knochenabbau verursachen. Besonders häufig ist ein Testosteronmangel (Hypogonadismus). Daneben kommen unter anderem Kortisontherapien, chronische Erkrankungen oder Alkoholmissbrauch als Ursachen infrage. Deshalb sollte bei jedem Mann mit Osteoporose gezielt nach einer behandelbaren Ursache gesucht werden.

Die Folgen unterscheiden sich kaum von denen der Frau. Auch beim Mann sind Wirbelkörperbrüche und Oberschenkelhalsbrüche die schwerwiegendsten Komplikationen. Sie treten allerdings meist erst in höherem Lebensalter auf. Ein Grund dafür ist, dass Männer im Durchschnitt größere und kräftiger gebaute Knochen besitzen, die mechanisch belastbarer sind.

Grundsätzlich stehen Männern die gleichen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung wie Frauen. Entscheidend ist jedoch, zunächst mögliche Grunderkrankungen zu erkennen und – wenn möglich – gezielt zu behandeln.

Besonderheiten der Knochendichtemessung beim Mann

Mit zunehmendem Alter entstehen an der Wirbelsäule häufig Spondylophyten – knöcherne Anbauten beziehungsweise Verkalkungen, die als Folge von Verschleiß auftreten. Diese zusätzlichen Knochenstrukturen können die gemessene Knochendichte erhöhen, obwohl sie die eigentliche Knochenqualität nicht verbessern.

Gerade bei der DXA-Knochendichtemessung kann dies zu falsch hohen Messwerten führen. Eine bestehende Osteoporose wird dadurch unter Umständen übersehen. Ebenso kann fälschlicherweise der Eindruck entstehen, die Knochendichte habe sich unter einer Therapie verbessert, obwohl lediglich neue verschleißbedingte Anbauten entstanden sind.

Das XtremeCT bietet hier einen entscheidenden Vorteil. Da die Untersuchung an Unterarm (Radius) und Schienbein (Tibia) erfolgt und zusätzlich die dreidimensionale Knochenmikroarchitektur beurteilt werden kann, werden solche altersbedingten Verkalkungen der Wirbelsäule umgangen. Dadurch lässt sich wesentlich zuverlässiger beurteilen, ob tatsächlich Knochen verloren gegangen ist oder ob verschleißbedingte Veränderungen die Messung beeinflussen.

Unser Ziel ist deshalb nicht nur die Messung der Knochendichte, sondern die möglichst genaue Beurteilung der tatsächlichen Knochenqualität und des individuellen Frakturrisikos.