- 1 Osteoporose-Therapie – Risiken erkennen, richtig diagnostizieren, gezielt behandeln
- 2 Behandlungsbedürftigkeit: Wann ist eine Therapie überhaupt nötig?
- 3 Was sind die Möglichkeiten einer Osteoporose-Therapie?
- 4 Medikamente in der Osteoporose-Therapie
- 5 Ernährung & Bewegung für starke Knochen – kurz erklärt
Erfahren Sie, warum die Osteoporose-Therapie so wichtig ist und wie Sie Ihre Knochengesundheit schützen können.
Osteoporose-Therapie – Risiken erkennen, richtig diagnostizieren, gezielt behandeln
Osteoporose schwächt die Knochen und erhöht das Risiko für Wirbel- und Hüftfrakturen. Ziel der Therapie ist es, Knochenbrüche zu verhindern, Schmerzen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten. Grundlage dafür sind eine frühzeitige Risikobewertung, eine präzise Diagnose und eine individuell abgestimmte Behandlung.
Risikofaktoren für Osteoporose
Die Erkennung von Risikofaktoren ist der erste Schritt der Therapie. Dazu gehören:
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Alter und weibliches Geschlecht (postmenopausal) – Frauen nach den Wechseljahren und ältere Menschen haben ein höheres Risiko für Osteoporose und Frakturen.
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familiäre Vorbelastung
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Untergewicht und Bewegungsmangel
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Rauchen und Alkoholkonsum
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Vitamin-D-Mangel
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bestimmte Medikamente oder Erkrankungen
- Frakturrisiko – Personen mit einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche, insbesondere für Wirbel- und Hüftfrakturen, benötigen oft eine Therapie.
Je früher Risiken erkannt werden, desto gezielter lassen sich Knochenabbau bremsen und Frakturen verhindern.
Diagnose: Knochendichtemessung (pQCT)
Die wichtigste Untersuchung ist die pQCT-Knochendichtemessung – schmerzfrei, nicht-invasiv und hoch aussagekräftig.
Sie zeigt in einem dreidimensionalen Bild , ob eine
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normale Knochendichte
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Osteopenie (Vorstufe)
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oder Osteoporose
vorliegt und dient als Grundlage für die Therapieentscheidung. Liegt eine signifikante Verringerung der Knochendichte vor, kann dies auf Osteoporose hinweisen und eine Therapie notwendig machen.
Knochendichtemessung durchführen lassen
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Behandlungsbedürftigkeit: Wann ist eine Therapie überhaupt nötig?
Die Frage, ob und wann eine Osteoporose-Therapie notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Video: Geheimnisse der Osteoporose-Therapie enthüllt!
Was sind die Möglichkeiten einer Osteoporose-Therapie?
Nach der Identifikation von Risikofaktoren und einer genauen Diagnose stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.
Welche Therapieoptionen gibt es?
- Medikamente: Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die den Knochenabbau verlangsamen und den Knochenaufbau fördern können.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, reich an Kalzium und Vitamin D, kann die Knochengesundheit unterstützen.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Gewichtsbelastungsübungen, kann die Knochendichte erhöhen.
- Lebensstiländerungen: Rauchverzicht und moderater Alkoholkonsum können die Knochengesundheit verbessern.
Medikamente in der Osteoporose-Therapie
Medikamente spielen eine entscheidende Rolle in der Osteoporose-Therapie.
Sie erhalten Empfehlungen für das beste Osteoporose-Medikament unter Berücksichtigung Ihres Alters, Geschlechts, Frakturrisikos und anderer Faktoren in der persönlichen Sprechstunde mit Professor Dr. Dietmar Daichendt.
Beispielhafte Auflistung möglicher Medikamente:
| Medikament / Gruppe | Wirkprinzip (vereinfacht) | Vorteile | Nachteile / Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Denosumab (Prolia®) | Monoklonaler Antikörper, hemmt gezielt den Knochenabbau (RANKL-Hemmung), ohne den Knochenaufbau direkt zu bremsen | – Selektive Knochenabbauhemmung – Lagert sich nicht im Knochen ein – Gut steuerbar, s.c. Injektion alle 6 Monate |
– Wirkung endet rasch nach Absetzen (Rebound-Risiko) – Regelmäßige Gabe zwingend nötig |
| Bisphosphonate (z. B. Alendronat, Risedronat) | Hemmen Osteoklasten, verlangsamen Knochenabbau, lagern sich in den Knochen ein | – Gut untersucht – Senken Wirbel- und Hüftfrakturen deutlich – Teilweise Zunahme der Knochendichte |
– Lagern sich teils bis zu 10 Jahre im Knochen ab – Hemmen auch Knochenaufbau & natürlichen Knochenumbau – Verzögerte Frakturheilung / Implantateinheilung möglich – Nicht in Schwangerschaft anwenden |
| Romosozumab (Evenity®) | Monoklonaler Antikörper, soll Knochenabbau hemmen und Knochenaufbau fördern | – Theoretisch Doppelwirkung (Abbauhemmung + Aufbau) – Option bei hohem Frakturrisiko |
– Aufbau-Effekt in der Praxis geringer als erwartet – Zeitlich begrenzte Anwendung, kardiovaskuläre Aspekte zu beachten |
| SERMs (z. B. Raloxifen, Bazedoxifen) | Selektive Östrogenrezeptor-Modulation: antiöstrogen in Brust/Gebärmutter, östrogenähnlich am Knochen | – Bremsen Knochenabbau postmenopausal – Kein Einbau in den Knochen – Stimulieren Gebärmutterschleimhaut nicht – Senken teils Brustkrebsrisiko |
– Vor allem für postmenopausale Frauen – Geringere Knochendichte-Zunahme als Bisphosphonate – Thromboserisiko beachten |
| Östrogene / HRT (± Gestagen) | Ersatz fehlender Östrogene, Hemmung der Osteoklastenaktivität | – Naturnahes Wirkprinzip – Lindert Wechseljahresbeschwerden – Reduziert Frakturrisiko |
– Geringerer Frakturschutz als andere Osteoporosemedikamente – Hormonabhängige Risiken (z. B. Brust, Endometrium, Thrombosen) – Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung |
| Testosteron | Anaboles Steroid, aktiviert Knochenaufbau, senkt ggf. Knochenumsatz | – Kann Knochenaufbau und Muskelkraft verbessern – Vor allem bei Osteoporose des Mannes relevant |
– Weniger gut untersucht bzgl. Frakturrisiko – Nebenwirkungen: Virilisierung, Fettstoffwechsel, Leber, Thrombose – Prostatakrebs-Risiko beim Mann beachten – Nur in ausgewählten Fällen |
| Parathormon (Teriparatid) | Stimuliert direkt die knochenaufbauenden Zellen (Osteoblasten) | – Stärkstes verfügbares knochenaufbauendes Medikament – Option bei schwerer Osteoporose / Mehrfachfrakturen |
– Tägliche Injektion (Pen), max. 24 Monate – Kein direkter Effekt auf Abbauhemmung – Gesamteffekt geringer als ursprünglich erwartet – Anschlusstherapie notwendig |
Spritzen gegen Osteoporose
Spritzen können eine geeignete Option zur Osteoporose-Behandlung sein, insbesondere wenn andere Medikamente nicht vertragen werden oder nicht wirksam sind.
Vorteile von Spritzen
- Direkte Verabreichung des Wirkstoffs.
- Geringere Belastung des Magen-Darm-Trakts im Vergleich zu oralen Medikamenten.
- Möglicherweise weniger häufige Einnahme.
Die Wahl des geeigneten Medikaments und der Verabreichungsmethode sollte immer in Absprache mit Ihrem Arzt erfolgen, um die bestmögliche Osteoporose-Therapie zu gewährleisten.
Besprechen Sie die Vor- und Nachteile von Spritzen gegen Osteoporose in der Sprechstunde mit Professor Dr. Daichendt!

Ernährung & Bewegung für starke Knochen – kurz erklärt
Ernährung:
Für gesunde Knochen sind vor allem Calcium, Vitamin D und ausreichend Eiweiß wichtig.
Gute Calcium- und Vitamin-D-Quellen sind z. B. Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse, Fisch sowie Sonnenlicht (für die körpereigene Vitamin-D-Bildung). Eine abwechslungsreiche, frische Ernährung unterstützt zusätzlich durch entzündungshemmende Nährstoffe.
Bewegung:
Regelmäßige, knochenbelastende Aktivität regt den Knochenstoffwechsel an und stärkt Muskeln und Gleichgewicht. Besonders geeignet sind Gehen, Treppensteigen, leichtes Krafttraining und Gleichgewichtsübungen.
Einfache Übungsbeispiele (2–3× pro Woche):
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Einbeinstand (Balance)
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Kniebeugen
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Wadenheben
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Seitliches Beinheben
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Unterarm-Plank
👉 Ziel: Knochen stärken, Stürze vermeiden, Mobilität erhalten.
Beratung bei Professor Dr. Daichendt
Besprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder einem Fachmann für Knochengesundheit, welche Aktivitäten Sie vermeiden sollten, basierend auf Ihrer individuellen Situation und Ihrem Gesundheitszustand.
Bei Unsicherheiten oder bestehenden Gesundheitsproblemen sollten Sie einen Termin mit Professor Dr. Daichendt vereinbaren!