Haben Sie sich jemals gefragt, was Osteoporose wirklich ist und wie Sie Ihre Knochengesundheit schützen können? Hier erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu dieser häufigen Knochenerkrankung und wir zeigen Ihnen, warum es so entscheidend ist, sich mit Osteoporose auseinanderzusetzen.
Was ist Osteoporose?
Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte und Festigkeit verlieren. Dies führt dazu, dass sie spröde und anfälliger für Brüche werden. Diese Erkrankung betrifft Millionen von Menschen weltweit, insbesondere ältere Erwachsene und postmenopausale Frauen.
Osteoporose ist die häufigste Stoffwechselkrankheit des Knochens. Als Folge eines krankhaft erhöhten Abbaus von Knochenmasse oder Knochensubstanz (daher der deutsche Name: Knochenschwund) kommt es zu einer zunehmenden Zerstörung der Feinstruktur des Knochens, was schließlich zu einer deutlich erhöhten Knochenbrüchigkeit führt. Die osteoporotischen Knochenbrüche treten typischerweise schon bei harmlosen Anlässen oder oft sogar spontan auf, also ohne angemessene Ursache wie z.B. einen heftigen Sturz.
Betroffen von dieser erhöhten Bruchanfälligkeit sind alle der über 200 Knochen des Skeletts. Als besonders typische osteoporotische Brüche werden üblicherweise der Unterarmbruch, der Wirbelkörperbruch und der Oberschenkelhalsbruch bezeichnet.
Die klassische Definition
Bereits Anfang der 1990er-Jahre wurde Osteoporose definiert als:
„Eine systemische Skeletterkrankung mit verminderter Knochenmasse, gestörter Mikroarchitektur des Knochens und erhöhter Knochenbrüchigkeit.“
Bemerkenswert ist, dass diese Definition schon damals die drei entscheidenden Säulen der Erkrankung beschrieb:
- Knochenmasse – wie viel Knochensubstanz vorhanden ist
- Knochenstruktur (Mikroarchitektur) – wie gut der Knochen aufgebaut ist
- Knochenstoffwechsel – wie schnell Knochen ab- und wieder aufgebaut wird

Das Problem war allerdings: Die Knochenmikroarchitektur konnte damals praktisch nur durch eine Knochenbiopsie beurteilt werden. Ein Verfahren zur routinemäßigen, nicht invasiven Darstellung existierte noch nicht.
Die Abbildungen zeigen links einen gesunden Knochen mit intakter Mikroarchitektur und rechts einen osteoporotischen Knochen mit deutlich ausgedünnten und teilweise zerstörten Knochenbälkchen. Gerade der Verlust der feinen Querbälkchen führt zu einer erheblichen Verminderung der Knochenfestigkeit und erhöht das Frakturrisiko deutlich.
Die WHO-Definition
Um eine weltweit einheitliche Diagnosestellung zu ermöglichen, führte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) später eine deutlich einfachere Definition ein.
Hier wird Osteoporose ausschließlich über die Knochendichte definiert.
Grundlage ist der sogenannte T-Score, der angibt, wie stark die gemessene Knochendichte von der durchschnittlichen Knochendichte junger gesunder Erwachsener abweicht.
- T-Score ≥ –1,0: normale Knochendichte
- T-Score zwischen –1,0 und –2,5: Osteopenie
- T-Score ≤ –2,5: Osteoporose
Diese Einteilung ist einfach und weltweit etabliert. Sie berücksichtigt jedoch nur die Knochendichte und lässt wichtige Faktoren wie die Knochenstruktur oder die Geschwindigkeit des Knochenabbaus unberücksichtigt.
Hinzu kommt ein weiterer Nachteil: Die WHO-Definition wurde ursprünglich ausschließlich für die DXA-Knochendichtemessung entwickelt. Moderne Verfahren wie das XtremeCT, die wesentlich mehr Informationen über den Knochen liefern, werden dadurch nicht ausreichend berücksichtigt.
Knochenfestigkeit – das moderne Verständnis
Heute steht zunehmend die Knochenfestigkeit (Bone Strength) im Mittelpunkt.
Sie beschreibt nicht nur die Menge des vorhandenen Knochens, sondern dessen tatsächliche Stabilität.
Diese wird von drei Faktoren bestimmt:
- Knochendichte
- Knochenmikroarchitektur
- Knochenstoffwechsel
Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren bestimmt letztlich das individuelle Knochenbruchrisiko.
Genau hier liegt der entscheidende Vorteil moderner Verfahren wie dem XtremeCT. Während die DXA lediglich die Knochendichte bestimmt, ermöglicht das XtremeCT zusätzlich eine dreidimensionale Beurteilung der Knochenmikroarchitektur und liefert damit deutlich mehr Informationen über die tatsächliche Knochenqualität.
Unterschied zwischen präklinischer und manifesten Osteoporose
Achtung: Hier muss unterschieden werden zwischen der nur mittels Knochendichtemessung diagnostizierten Osteoporose, bei der keineswegs zwingend bereits ein Knochenbruch vorliegen muss – wir bezeichnen diese als präklinische Osteoporose – und der manifesten Osteoporose, bei der schon osteoporotische Knochenbrüche aufgetreten sind.
Manifeste Osteoporose
Eigentlich besitzt nur letztere, die manifeste Osteoporose, eine echte Krankheitswertigkeit, während die präklinische Osteoporose vorerst nur mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko verbunden ist. Die manifeste Osteoporose ist in jedem Fall behandlungsbedürftig, bei der sog. präklinischen Osteoporose, die nur durch eine niedrige Knochendichte ohne bereits vorhandene Knochenbrüche gekennzeichnet ist, reicht unter Umständen eine gezielte Vorsorge (Prophylaxe) aus.
Osteoporose-Sprechstunde
Die frühzeitige Identifikation und Behandlung von Osteoporose kann entscheidend dazu beitragen, Ihre Knochengesundheit zu schützen und mögliche Komplikationen zu verhindern.
Die Identifikation von Risikofaktoren erfolgt durch eine umfassende Anamnese und gegebenenfalls spezielle Tests.

Häufig gestellte Fragen zu Osteoporose
Was sind die häufigsten Ursachen von Osteoporose?
Die Hauptursachen von Osteoporose sind Ernährung, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung. Ein Mangel an Calcium und Vitamin D in der Ernährung kann das Risiko erhöhen. Regelmäßige körperliche Aktivität ist entscheidend, um die Knochen stark zu halten. Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle.
Welche Rolle spielen Gene bei der Entstehung von Osteoporose?
Genetische Faktoren können das Risiko für Osteoporose erhöhen. Wenn Osteoporose in Ihrer Familie vorkommt, kann dies auf eine genetische Veranlagung hinweisen. Es ist wichtig, auch andere Risikofaktoren zu berücksichtigen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Kann Osteoporose bei Männern auftreten?
Ja, Osteoporose kann auch bei Männern auftreten, obwohl sie häufiger bei Frauen vorkommt. Bei Männern kann ein niedriger Testosteronspiegel das Risiko erhöhen. Die gleichen Präventionsmaßnahmen gelten jedoch für beide Geschlechter.
Osteoporose-Untersuchung
Osteoporose ist eine ernsthafte Erkrankung, die Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Glücklicherweise können Sie mit den richtigen Maßnahmen Ihr Risiko minimieren und starke, gesunde Knochen erhalten. Denken Sie daran, Ihre Ernährung anzupassen, regelmäßig Sport zu treiben und frühzeitig ärztliche Untersuchungen durchzuführen.
Ihre Knochengesundheit ist von entscheidender Bedeutung, und Professor Dr. Daichendt steht Ihnen für weitere Informationen und Untersuchungen gerne zur Verfügung.
Vereinbaren Sie noch heute einen Termin, um Ihre Knochengesundheit zu schützen!
Kontaktieren Sie das Osteoporosezentrum für eine Beratung bei Professor Dr. Daichendt!