Osteoporose-Folgen

Knochenbrüche bei Osteoporose

Die wichtigste Folge einer Osteoporose sind Knochenbrüche, die häufig schon nach geringen Belastungen oder einem harmlosen Sturz auftreten. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einem niedrigenergetischen oder nicht adäquaten Trauma – also einem Ereignis, das bei einem gesunden Knochen normalerweise keinen Bruch verursachen würde.

Da Osteoporose eine systemische Erkrankung des gesamten Skeletts ist, können grundsätzlich alle Knochen betroffen sein. Besonders häufig treten Brüche jedoch an den Wirbelkörpern, am Oberschenkelhals und am Unterarm (Speiche/Radius) auf.

Diese drei Frakturen stehen im Mittelpunkt der Osteoporosediagnostik, allerdings aus unterschiedlichen Gründen:

  • Wirbelkörperbrüche sind die häufigsten osteoporotischen Frakturen und bleiben oft lange unbemerkt.
  • Oberschenkelhalsbrüche sind die folgenschwersten, da sie häufig zu dauerhaften Einschränkungen der Mobilität und Selbstständigkeit führen.
  • Unterarmbrüche treten meist früher auf und können ein erstes Warnzeichen einer beginnenden Osteoporose sein.

Unser Ziel ist es, Osteoporose möglichst früh zu erkennen – bevor es überhaupt zum ersten Knochenbruch kommt. Denn jeder verhinderte Bruch bedeutet mehr Mobilität, mehr Lebensqualität und weniger Folgeschäden.

 

 

 

Wirbelkörperbruch – die häufigste Fraktur bei Osteoporose

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Der Wirbelkörperbruch ist die häufigste osteoporotische Fraktur. Im Gegensatz zu vielen anderen Knochenbrüchen entsteht er oft ohne einen schweren Sturz oder Unfall. Bereits alltägliche Belastungen – etwa das Heben einer Einkaufstasche, Bücken oder ein leichter Stolperer – können bei stark geschwächten Knochen ausreichen.

Natürlich ist nicht jeder Wirbelbruch Folge einer Osteoporose. Auch Unfälle, Tumoren oder Knochenmetastasen können einen Wirbelkörper zum Einbrechen bringen. Deshalb muss die Ursache immer sorgfältig abgeklärt werden.

Das rechte Bild zeigt in der Mitte eine eingebrochene Deckplatte (roter Pfeil) am mittleren Wirbelkörper (WK), und zwar typischerweise im Bereich der Vorderkante (schwarzer Pfeil), was neben der Höhenminderung des betroffenen Wirbelkörpers auch eine Verkrümmung der gesamten Wirbelsäule nach vorne (verstärkte Kyphose) bewirkt.

Die blauen Pfeile zeigen eine gleiche Höhe der Vorder- und Hinterkante beim gesunden WK links. Bei dem eingebrochenen WK rechts hat die Höhe der Vorderkante (grüner Pfeil) auf etwa die Hälfte der ursprünglichen Höhe abgenommen. (Bilder: Kyphon Inc. © 2000 Kyphon Inc.)

Oberschenkelhalsbruch – die folgenschwerste Fraktur der Osteoporose

Der Oberschenkelhalsbruch gehört zu den schwerwiegendsten Folgen einer Osteoporose. Er betrifft vor allem ältere Menschen und tritt besonders häufig ab dem 70. Lebensjahr auf. In den meisten Fällen ist ein Sturz die unmittelbare Ursache – die eigentliche Ursache ist jedoch häufig der bereits durch Osteoporose geschwächte Knochen.

Ein Oberschenkelhalsbruch ist weit mehr als ein einfacher Knochenbruch. Er erfordert meist eine Operation mit Implantation einer Hüftprothese oder einer Osteosynthese und anschließend eine intensive Rehabilitation.

Die Folgen können erheblich sein:

  • erhöhte Sterblichkeit in den ersten Monaten nach dem Bruch
  • Verlust der Selbstständigkeit
  • dauerhafte Einschränkung der Mobilität
  • häufige Pflegebedürftigkeit

Viele Betroffene erreichen ihre frühere körperliche Leistungsfähigkeit nicht mehr vollständig. Gerade deshalb zählt die Vermeidung des ersten Oberschenkelhalsbruchs zu den wichtigsten Zielen der Osteoporosebehandlung.

Die Abbildung zeigt die typische Lokalisation eines Oberschenkelhalsbruchs

Unser Fazit

Der beste Oberschenkelhalsbruch ist der, der gar nicht erst entsteht. Eine frühzeitige Osteoporosediagnostik, eine konsequente Behandlung sowie Maßnahmen zur Sturzprophylaxe können dazu beitragen, dieses schwerwiegende Ereignis zu verhindern.

 

 

 

 

Größenverlust und Rundrücken (Kyphose)

Mehrere osteoporotische Wirbelkörperbrüche führen nicht nur zu einem Höhenverlust der betroffenen Wirbel, sondern verändern nach und nach die gesamte Statik der Wirbelsäule. Die Wirbelkörper sinken vor allem an ihrer Vorderkante ein, wodurch sich die Brustwirbelsäule zunehmend nach vorne krümmt. Es entsteht der typische Rundrücken (Kyphose), der umgangssprachlich häufig als „Witwenbuckel“ bezeichnet wird.

Mit jedem weiteren Wirbeleinbruch verkürzt sich der Rumpf. Dadurch nimmt die Körpergröße kontinuierlich ab – in ausgeprägten Fällen um 10 bis 20 cm oder sogar mehr.

Die Folgen gehen jedoch weit über den reinen Größenverlust hinaus. Die veränderte Körperhaltung führt häufig zu:

  • chronischen Rückenschmerzen
  • eingeschränkter Beweglichkeit
  • verminderter Lungenfunktion und Atemnot
  • Verdrängung der Bauchorgane („Osteoporose-Bäuchlein“)
  • deutlicher Einschränkung der Lebensqualität

Die Abbildungen zeigen links dieselbe Patientin im Alter von 50 und 75 Jahren. Durch mehrere osteoporotische Wirbelkörperbrüche haben sich Körpergröße und Haltung deutlich verändert. Rechts ist der Vergleich zwischen einer gesunden Wirbelsäule und einer Wirbelsäule mit mehreren osteoporotischen Wirbeleinbrüchen dargestellt.

Unser Fazit

Ein zunehmender Größenverlust ist kein normaler Alterungsprozess. Wer innerhalb weniger Jahre mehrere Zentimeter Körpergröße verliert oder einen neu auftretenden Rundrücken entwickelt, sollte immer an osteoporotische Wirbelkörperbrüche denken und diese gezielt abklären lassen. Je früher eine Osteoporose erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich weitere Frakturen und deren Folgen verhindern.

 

 

 

Eingeschränkte Lungenfunktion

Mehrere osteoporotische Wirbelkörperbrüche führen zu einer Verkürzung des Rumpfes und einer zunehmenden Vorwärtskrümmung der Wirbelsäule (Kyphose). Dadurch verkleinert sich der Brustkorb und die Lunge hat weniger Platz, sich vollständig zu entfalten.

Bereits ein einzelner Wirbelkörperbruch kann das Lungenvolumen messbar verringern. Mit jedem weiteren Wirbelbruch nehmen diese Einschränkungen zu.

Typische Folgen sind:

  • Kurzatmigkeit
  • verminderte körperliche Belastbarkeit
  • häufigere Atemwegsinfektionen
  • erhöhtes Risiko für Lungenentzzündungen

Gleichzeitig werden Herz und Bauchorgane nach unten verdrängt. Dadurch entsteht häufig das sogenannte Osteoporose-Bäuchlein, das kein Fettbauch ist, sondern Ausdruck der verkürzten Wirbelsäule.

 

 

 

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